Nureinblatt – Der Cannabisblog im Interview

Mit „Das ist keine Droge, das ist ein Blatt“, startet der rasch wachsende Blog von Nureinblatt. Hinter dem Cannabis Blog steckt das Paar Paula und Niklas aus Hamburg. Ihrer Meinung nach, kommt es oft zu voreiligen Schlüssen anderer, wenn man die grüne Pflanze konsumiert. Somit versuchen die Zwei also mit Aufklärung auf ihrem Blog und Ihrer Instagram Page ein Cannabis freundlicheres Image zu erwecken. Ich konnte den Zwei Fragen rund um das kleine grüne Blatt stellen:

Über Nureinblatt

Nureinblatt

Wann kamt ihr das erste Mal mit den „grünen Blättern“ in Kontakt?

Paula : Ich habe das erste Mal mit 13 Jahren die ‚grünen Blätter‘ in der Hand gehalten und das erste Mal getestet mit 14 Jahren.

Niklas : Ich kam ebenfalls früh mit Cannabis in Kontakt, damals natürlich nicht das trendige CBD Cannabis. Obwohl wir uns natürlich für die Legalisierung von Cannabis einsetzten, stehen wir heute dem Konsum in jungen Jahren äußerst kritisch gegenüber.

Wie hat euer Umfeld (Freunde, Familie und Arbeitskollegen) auf euren Blog und Instagram Account reagiert?

Paula : Unterschiedlich. Meine Familie ist damit recht locker umgegangen, da die das Potenzial der Pflanze ebenfalls sehen. Der Rest meines Umfeldes weiß das noch nicht, beziehungsweise ich gebe das nicht allzu sehr bekannt. Das hat einerseits mit der gesellschaftlichen Ansicht und aber auch mit der ‚späten‘ Bekanntgabe unserer Namen zu tun. Für mich ist es auch kein muss, dass jedem zu erzählen, denn wir machen das dennoch hauptsächlich am Abend und nebenbei.

Niklas : Ich war erschrocken, wie viele meiner persönlichen Bekannten nicht bereit waren dem Instagram Kanal zu folgen, da sie Angst haben es könnte ein schlechtes Licht auf sie werfen, wenn sie einen Cannabis Kanal folgen. Alleine dieser Umstand, hat mir gezeigt, dass wir hier genau das Richtige machen. Meine besten Freunde und auch meine Familie unterstützen mich aber natürlich.

Glaubt Ihr, dass sich das Wohlbefinden von Menschen mit dem Konsum von zb. CBD Öl verbessern kann?

Paula : Auf jeden Fall! Ich selber nutze es des Öfteren für ‚Schlafstörung‘, da ich viele Probleme mit dem Einschlafen aber auch Durchschlafen habe, und da hilft es mir enorm!

Niklas : Absolut! Ich beispielsweise führe ein sehr stressiges Leben und CBD hilft mir entspannen zu können. Ich glaube das unabhängig vom Stoff CBD, die Pflanze eine große Bereicherung für die Gesellschaft ist.

Würdet Ihr euch neben eurem Blog und Instagram Account gerne noch vergrößern?

Paula : Wir wollen hier nicht zu viel verraten, doch wie wir schon in unseren Neujahres Post auf Instagram erwähnt haben, gibt es viele Pläne für 2020. Ich würde sagen, ihr könnt auf jeden Fall gespannt sein!

Nureinblatt über die Aufklärung und Legalisierung von Cannabis

“Das ist keine Droge, das ist ein Blatt”

Nureinblatt

Wieso weigert sich eurer Meinung nach, noch ein Großteil der Ärzte, die Wirkung von Cannabis anzuerkennen?

Niklas : Selbstverständlich kann ich hier nur mutmaßen, aber ich zum Beispiel sehe keinen Nutzen mehr in gebräuchlichen Medikamenten wie z. B. Aspirin, also liegt die Vermutung nahe, dass es ein großes wirtschaftliches Interesse gibt die Wirkung anzuzweifeln.

Setzt ihr euch aktiv für eine Legalisierung von Cannabis ein?

Paula : Noch sind wir politisch nicht aktiv, jedoch versuchen wir mit Aufklärung auf unserem Blog, das gesellschaftliche Stigma zu reduzieren und Fakten basierte Wahrheit über die Pflanze zu verbreiten. Wir haben aber einige Pläne außerhalb des Blogs, die Legalisierung zu unterstützen.

Was haltet ihr von mehr Aufklärung über Cannabis in Schulen?

Paula : Ich fände es wichtig, wenn man in Schulen die Pflanze mehr anspricht und nicht nur das THC. Im Großen und Ganzen wird leider die Pflanze nicht vom THC, also von dem berauschenden Mittel, unterschieden, was meiner Meinung nach nicht richtig ist, da wir oben schon gesagt, die Pflanze auch dem Wohlbefinden helfen kann. Die berauschende Wirkung hat meiner Meinung nach bei Jugendlichen / Kindern nichts zu suchen! Daher sollte man den Schüler beibringen, dass die Pflanze viele Vorteile bringt, jedoch THC ein berauschender Wirkstoff bleibt und mit Vorsicht zu genießen ist und auch das nur nach Vollendung des 18. Lebensjahres.

Niklas : Ich finde Aufklärung in Schulen, ist ein besonderes schwieriges Thema. Wie bereits gesagt, sind wir der Meinung, dass obwohl sie mit so vielen Vorteilen kommt, die Pflanze bei Minderjährigen nichts zu suchen hat, besonders THC nicht. Im Falle einer Legalisierung muss intensiv Jugendschutz betrieben werden! Ich kann mich daran erinnern, dass Abschreckung durch die Lehrer bei mir nicht funktioniert hat. Wenn also Aufklärung in Schulen stattfindet, dann ausschließlich mit viel Vorsicht, denn so etwas kann schnell schiefgehen.

Wieso steht Deutschland dem Genuss von Cannabis noch recht „konservativ“ gegenüber?

Niklas : Deutschland ist in vielerlei Hinsicht recht konservativ. Vor allem wenn es um Veränderung geht. Das liegt sicherlich auch an unserer Regierung und derer Demografie. Mir fällt auf, dass es immer mehr Akzeptanz für Cannabis gibt, jedoch ausschließlich im gesellschaftlichen und nicht im politischen Sinne, aber wir sind längst nicht soweit, wie wir sein könnten oder sollten. Es wird Zeit, dass die Menschen verstehen, dass Konsumenten nicht faul, unproduktiv oder dumm sind, deswegen gründeten wir ja auch „Nureinblatt“.

Nureinblatt über Joints und Drogen

Ihr vergleicht das tägliche Glas Wein am Abend mit einem Joint. Ist eurer Meinung nach, dass doch eher „gesellige Trinken“ mit dem kiffen vergleichbar?

Laut Nureinblatt sollten Joints die gleiche Akzeptanz wie Alkohol haben

Paula : Ich finde das Cannabis ebenfalls als ein gesellschaftliches Genussmittel funktioniert. Damit meine ich, dass ich beispielsweise ungern Alkohol trinke, das bedeute, wenn ich abends mit meinen Arbeitskollegen unterwegs bin, würde ich gerne einen Joint rauchen, anstatt ein Glas Wein zu trinken. Ich möchte nicht damit sagen, dass das Glas Wein ersetzt werden soll, sondern dass ein Joint die gleiche Akzeptanz erhalten sollte, wie ein Glas Wein oder Glas Gin Tonic.

Niklas : Ein direkter Vergleich zwischen Alkohol und Cannabis mag vielleicht sehr schwierig sein, allein aufgrund der sehr verschiedenen Wirkung der Stoffe. Bei dem von uns erwähnten Vergleich ging es uns aber vor allem um die Vorurteile gegenüber Cannabis.

Viele sehen den Joint als Einstiegsdroge- was sagen Paula und Niklas von Nureinblatt dazu?

Paula : Ich finde, das ist ein schwieriges Thema. Einerseits sehe ich das nicht so, denn ich kenne sehr sehr viele die abends sich einen Feierabend Joint anzünden, aber nicht mal die Gedanken haben, mal etwas anderes auszuprobieren. Meiner Meinung nachgeraten aber leider einige durch den Erwerb von Cannabis, an ‚falsche Leute‘, die einen dann in Versuchung bringen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn Cannabis legalisiert wird, dieses Vorurteil schwindet.

Niklas : Ich sehe das sehr ähnlich. Ich glaube, dass der Erwerb von Cannabis tatsächlich den einstieg in harte Drogen vereinfacht. Das liegt aber nicht an der Pflanze selbst, sondern an der Prohibition. Für viele ist der erste Kontakt mit einem Dealer gleichzeitig auch der erste Kontakt mit einer ‚kriminellen Szene‘. Wird dieses zur Gewohnheit, sinkt sicherlich die Hemmschwelle.

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